Cold War - Der Breitengrad der Liebe


  1. Ø 4.4
   Kinostart: 22.11.2018

Cold War - Der Breitengrad der Liebe: Oscarpreisträger Pawel Pawlikowski erzählt eine tragische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, im Takt von Jazz und polnischer Volkslieder.

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Filmhandlung und Hintergrund

Cold War - Der Breitengrad der Liebe: Oscarpreisträger Pawel Pawlikowski erzählt eine tragische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Kalten Krieges, im Takt von Jazz und polnischer Volkslieder.

Im Jahr 1949 reist der Komponist Wiktor (Tomasz Kot) durch die abgelegenen Bergdörfer von Polen. Dort sucht er nach traditionellem Liedgut, Bauern- und Volkslieder, die sein Tanz- und Musik-Ensemble aufführen und bewahren will. Auf seiner Reise trifft Wiktor die talentierte, reizvolle, rebellische Zula (Joanna Kulig). Bald steht sie im Mittelpunkt des Ensembles. Wiktor ist wie berauscht von Zula. Sie werden ein heimliches Liebespaar.

Als die Staatsmacht immer stärkeren Einfluss auf die Musik des Ensembles ausübt, sieht Wiktor keine künstlerische Perspektive mehr in Polen. Eine Tour nach Ost-Berlin nutzt er, um in den Westen zu fliehen. Auch Zula soll mitkommen. Doch sie erscheint nicht zu der Verabredung. Erst Jahre später, Wiktor hat sich in der Zwischenzeit als Jazz-Pianist und Filmmusiker durchgeschlagen, laufen sie sich in Paris erneut über den Weg. Doch ihre Liebe ist zu groß, um miteinander Frieden zu finden.

„Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ — Hintergründe

Der Oscarpreisträger Paweł Pawlikowski („Ida“) erzählt die Geschichte einer ebenso formstreng wie sinnlich inszenierten Amour fou, die vor dem Hintergrund des Kalten Krieges spielt. Gedreht in stilvollem Schwarz-Weiß und einem Seitenverhältnis, das TV-Produktionen entnommen ist, spielt sich die tragische Liebesgeschichte im Takt polnischer Volksliedern und Jazz-Improvisationen ab. Dabei ist „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ mit Tomasz Kot („Die Spur“) und vor allem einer bezaubernden Joanna Kulig (ebenfalls „Ida“) in den Hauptrollen besetzt — ein Fest für Cineasten.

Pawlikowski hat mit dem Drama „Ida“ im Jahr 2015 den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film abgeräumt. „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ tritt nun in die Fußstapfen des Meisterwerkes. Bei den Filmfestspielen von Cannes 2018 erhielt Pawlikowski für die Liebesgeschichte den Preis für die Beste Regie. Darüber hinaus geht das Drama als polnischer Beitrag ins Rennen bei der Oscarverleihung 2019.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der erste Film des polnischen Filmemachers Pawel Pawlikowski seit seinem Oscar-Gewinner „Ida“ st ein Meisterwerk. Wie „Ida“ ist auch „Cold War“ (O-Titel: „Zimna wojna“) in gloriosem Schwarzweiß gedreht und im klassischen Fernsehformat (1,33 : 1) gehalten, er spielt ebenfalls weitestgehend in den Fünfzigerjahren, und ist deshalb wohl als Begleitfilm zu begreifen. Und doch könnten die beiden Filme thematisch und tonal kaum unterschiedlicher sein. Während „Ida“ einer jungen Nonnenanwärterin dabei folgte, einem Familiengeheimnis nachzugehen, erzählt „Cold War“ eine Länder und Jahrzehnte umspannende Geschichte zweier Liebender, die sich gegenseitig ins Unglück stürzen und doch nicht voneinander lassen können.

    An die Romanzen David Leans muss man hier denken, „Begegnung“ und „Traum meines Lebens„, oder den grob in der selben Zeit verorteten „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, nur dass Pawlikowskis Rhapsodie in Schwarzweiß zusätzlichen Zündstoff erhält, weil sie sich vor der Kulisse des Kalten Krieges abspielt, auch wenn der Titel „Cold War“ eher auf die volatile Beziehung zwischen dem Pianisten Wiktor und der Sängerin Zula abzielt: Ihre Liebe ist ein ewiges Schlachtfeld, sie befinden sich im gegenseitigen Kriegszustand. Und der Film folgt ihnen, gespielt von Tomasz Kot, Polens Antwort auf Montgomery Clift oder Daniel Day-Lewis, und von der absolut phänomenalen Joanna Kulig, die nicht nur spielt, als hinge ihr Leben davon ab, sondern auch noch eine Singstimme zum Niederknien hat, entschlossen und mit bitterer Konsequenz. Dass Pawlikowski dabei nur 84 Minuten benötigt und dem Publikum dennoch das Gefühl gibt, man habe einem „Lawrence von Arabien“ (wo wir schon von Lean reden) beigewohnt, unterstreicht nur, mit welch brillanter Ökonomie hier zählt wird: Keine Szene ist überflüssig, kein Bild wird zu lang gehalten, kein unnötiger Satz wird gesprochen. Und doch ist man überwältigt und bewegt ob der Tragik des Gezeigten.

    Den Anfang nimmt diese Amour fou im Jahr 1949, als Wiktor mit einer Kollegin im Auftrag der Regierung unterwegs ist, um im Hinterland ein Ensemble für authentische polnische Volksmusik zusammenzustellen. Dabei kommt es zur Begegnung mit Zula, die zwar nicht wirklich ein Mädchen vom Lande ist, aber genau weiß, dass diese Musiktruppe ihre Eintrittskarte für ein besseres Leben sein kann. Um Wiktor ist es sofort geschehen, als er die kokette, selbstbewusste blonde Frau sieht, die sich nichts gefallen lässt. Ob es denn stimme, dass sie ihren Vater umgebracht habe, fragt er Zula bei ihrem ersten Treffen. „Er hat mich mit meiner Mutter verwechselt und ich musste ihm den Fehler mit einem Messer beibringen“, antwortet sie. Wenn „Cold War“ ein Film noir wäre, wäre sie eine Femme fatale im Stil einer Barbara Stanwyck. Aber auch so besiegelt sie Wiktors Schicksal. Als er bei einem Besuch der Musiktruppe in Berlin arrangiert, in den Westen zu machen und nach Paris zu gehen, lässt sie ihn sitzen. Danach finden die beiden immer aberwitzigere Wege, um doch wieder zusammen zu sein, nur um dann untereinander zu leiden und sich unglücklich zu machen, bis sie 1965 wieder zurück in Polen ein letztes Mal aufeinander treffen.

    Perfekt werden die präzisen, stimmungsvollen Bilder mit Musik begleitet, die den Beat der Zeit genau einfängt. Von polnischer Volksmusik über coolen Jazz hin zu Bill Haleys „Rock Around the Clock“ weiß man allein anhand der Musikauswahl immer genau, wo und wann man sich befindet. Der politische Hintergrund schwingt ebenfalls immer mit und ist letztlich auch ausschlaggebend für die Tragödie dieser unmöglichen Liebe. Aber am Ende ist es doch dieser erwachsene und entschlossene Blick auf die beiden Figuren, die einander umtanzen, miteinander kollidieren und wieder auseinandertreiben, nur um wieder wie Magneten voneinander angezogen zu werden und sich selbst veräußern, um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, der „Cold War“ zu ganz großem Kino werden lassen, das vielleicht kein Happy-End bereit hält, aber Kinofans dennoch auf Wolke sieben schwebend aus dem Saal entlässt. ts.

Kommentare

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